Die Idee
Gott, eine Tasche und ich
Irgendwo und irgendwann ging er verloren, aber ich habe ihn wieder, meinen Glauben an Gott. Es war das Wort „GOTT“, das mich zuerst gestört hat. So gar nicht mehr glaubwürdig, einfach negativ belegt. Und das war der Knackpunkt. Gott war und ist immer DERSELBE. Es waren die Menschen, die diese Negativbelegung verursacht hatten.
Mein Gefühl war zuerst wieder da, so wie bei einem neugeborenen Kind, das einfach um sein Behütetsein spürt, das blind vertraut und auch weiß, wem es vertraut. Dieses Gefühl, das mir immer sagt, was richtig und was falsch ist. Wenn ich auf meine innere Stimme höre und meinen Weg gehe. Ich bin ein ganz normaler Mann, mit Stärken und Schwächen. Ich rauche leider immer noch zu gerne, mag Frauen, fluche oft zuviel und bin weiß Gott kein perfekter Mann. Aber ich versuche von ganzem Herzen, ein besserer Mensch zu werden. Jeden Tag ein wenig und nicht immer mit Erfolg. Doch ich bekomme Hilfe und Unterstützung bei meinem Versuchen. Ich kann es spüren und habe mein Urvertrauen wieder. ER ist bei mir, es ist einfach GOTT.
Es läuft soviel schief…
auf diesem Planeten und das hat mich immer fertig gemacht. Wo soll man anfangen, wer trägt die Schuld? Aber ich habe keine Lust mehr, meine Energie mit Schuldzuweisungen und Zorn zu vergeuden. Soll doch jeder Mensch tun, was er meint tun zu müssen. Es muss schließlich auch jeder Mensch selbst am Ende für sein Handeln gerade stehen. Das Gesetz Gottes zählt, und dieses Gesetz ist auf Liebe ausgerichtet und nicht auf Paragraphen.
Ich versuche, durch mein eigenes Handeln niemanden auf die Füße zu treten. Falls doch, will ich mich dafür gerade machen und Verantwortung übernehmen. Nicht immer einfach, aber machbar. Wenn viele Menschen darauf achten, dass in ihrem Umfeld danach gelebt wird, auch mal Zivilcourage zeigen, wenn es nicht so ist, dann werden wir zur Bewegung Gottes.
Und irgendwann im Sommer 2005 kam mir dann dieser Gedanke. Ich hatte eine Tasche in der Hand, ähnlich wie die Tasche, die ich jetzt hier weltweit verkaufen will. Diese Tasche hatte mich schon auf vielen Reisen begleitet und war einfach unverzichtbar. Wasserdicht und so gut wie nicht kaputt zu kriegen. Irgendwie war die Tasche wie mein Verhältnis zu Gott.
Ich hatte sie schon eine ganze Weile in meinem Besitz, ohne zu wissen was dieses Ding eigentlich alles kann. Und dann wollte ich sie nicht mehr hergeben oder eintauschen. Und dann die Idee: Warum nicht so eine Tasche mit der Aufschrift „GOTT“ machen und den größten Teil des Gewinns an humanitäre Projekte verschenken? Vielleicht kann man ja viele Taschen verkaufen, vielleicht ja sogar
100.000.000 Stück weltweit…?
Schließlich sind das ja nur so ca. 1,5 % der Weltbevölkerung und müsste somit eigentlich machbar sein. Wenn…… und so fing dann einfach alles an. Jetzt bin ich mit der Tasche am Start und aus dem ICH wird ab hier ein WIR.
Weil ich es nicht alleine geschafft habe! Es gab richtig gute Menschen, die mir geholfen haben. Einfach so. Eines habe ich dadurch gelernt: Geh´ Deinen Gedanken nach, egal wie irre sie zu sein scheinen. Es ist Deine Innere Stimme und wenn die Idee aus gutem Herzen kommt und Du Dich anstrengst, dann hilft Dir Gott wirklich. Setze Dir gedanklich keine Grenzen, aber zeige Respekt vor dem Gesetz Gottes, es zeigt Dir Deine Grenzen.
Helfe und nimm Hilfe an. Helfen macht Spaß und tut gut, also gönne dieses Gefühl auch anderen Menschen und lasse Dir helfen. Schau auf Deinem Weg nach rechts und links und auch manchmal hinter Dich und grüße die Menschen, die Gott bewegt. Gott ist für alle Menschen da und wir Alle sind für IHN gleich. Ich glaube, dass niemand das Recht hat, Gott für sich besitzen zu wollen.
Mit dieser Tasche und der Aufschrift „GOTT“ möchte ich niemanden beleidigen, respektlos sein oder ausgrenzen. Ich hoffe wirklich, dass diese Gott-Tasche keinen Grund für Ärger bietet. Sie soll zum Gespräch anregen und zeigen, wie viele WIR eigentlich sind.
Mit dem Wunsch nach Frieden und Liebe!
Stefan Semel
Mannheim im Oktober 2007